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Vom Skirennfahrer zum Plastischen Chirurgen

Zwei schwere Unfälle führten im Leben von Alexander Gardetto Regie. 4. Januar 1988, neun Uhr: Die Gondel der Ifingerbahn war proppenvoll mit skihungrigen Touristen und jungen Skirennläufern aus dem Landeskader, alle wollten auf Meran 2000 ihre Schwünge perfektionieren. Die Kabine bewegte sich, die Tür jedoch war nicht vollständig verriegelt. Mehrere Personen stürzten aus der Kabine, schlugen hart auf dem Betonboden auf. Diagnose für Alexander Gardetto: zwei gebrochene Hände, Beine und Wirbel mit Lähmungserscheinungen. Sechs Monate Gipskorsett, ebenso lange Rehabilitation. Ein Wunder, dass er gesundet!
Aus der Traum vom Skirennläufer, vom Skilehrer. Aber nicht für Alexander. Er rappelte sich hoch, lernt wieder gehen, fährt Ski und bestreitet Rennen. Und neuerlich schlägt das Schicksal zu: Er stürzt bei der Italienmeisterschaft, schlägt mit dem Hinterkopf unglücklich auf, liegt bewusstlos zwischen den Torstangen. Nur ein herangeeilter Arzt rettet ihn vor dem Erstickungstod. Das Glück nun zur Genüge strapaziert, packt er seine Rennskier in eine Ecke, endgültig.

von Andrea Kuntner

Amputierte Gliedmaßen, Verbrennungen, Tumore, angeborene Fehlbildungen und vieles mehr. Das Gebiet der Plastischen Chirurgie ist großflächig und seit Jahren das Arbeitsfeld des Universitäts-Dozenten Dr. univ. med. Alexander Gardetto. Als international anerkannter Arzt und Wissenschaftler erhielt er Publikationspreise und wird in amerikanischen Fachbüchern wegen der von ihm „entdeckten“ Operationstechnik zitiert. Dabei geht es um einen Hautlappen, der über ein ganz bestimmtes Gefäß gestielt wird. Damit können kleinere bis mittelgroße Wunddefekte an der Nase oder im Mundbereich verschlossen werden. Der Weg bis zu diesem beruflichen Erfolg aber war lang und steinig. Alexander ist groß, schlank, ja schlaksig, auf den ersten Blick ist sein Alter schwer einzuschätzen. Erst die Silbersträhnen im schwarzen Kurzhaar und die rahmenlose runde Brille nehmen ihm etwas von seiner Jugendlichkeit. Seine braunen Augen mustern aufmerksam sein Gegenüber, er nimmt und lässt sich Zeit…“(Quelle: Der Vinschger)